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Dämpfer
zur rechten Zeit? Spielbericht :TSV
Buchholz 08 II – Harburger SC II 2-2 (0-0)
Buchholz
II:
Norden; Kaufmann, Gleichauf,
Cordes, Neumann; Gaulke (25.von Rönn, 46.Rückert), Knuth, Breitmayer, Hartmann
(69.Nietzold); Buzhala, Akgün
HSC
II:
Tore: 1-0
Akgün (65.); 1-1 (69.); 2-1 Cordes (86. FE); 2-2 (90.+1)
Zuschauer: 45
Bes.
Vork.:
Es war bereits die einzige
vom Schiedsrichter angezeigte Nachspielminute, als die Gäste vom HSC II einen
letzten Freistoß am eigenen Strafraum zugesprochen bekamen. Eigentlich war der
Ort des Geschehens also noch 75 Meter und damit weit genug vom Buchholzer
Gehäuse entfernt, als dass es noch zu einer brenzligen Situation hätte führen
dürfen. Und doch wurde das Spielgeschehen durch die Buchholzer Unaufmerksamkeit
noch einmal in den eigenen Strafraum verlagert. Vier Schussversuche konnten die
Buchholzer jeweils in letzter Sekunde abblocken, der Fünfte konnte nicht mehr
verhindert werden und die Nordheidjer mussten buchstäblich in allerletzter
Sekunde noch den Ausgleich hinnehmen. Aufgrund der fortgeschrittenen Spielzeit
sicherlich unglücklich, hingegen aufgrund des Spielverlaufs letztlich verdient!
Hatte 08-Coach Olli Aden in
unserem Vorbericht zwar noch auf das 0:0 im Rückspiel der vergangenen Saison
hingewiesen, so hatte er gleichzeitig doch Optimismus ob des bisher gelungenen
Saisonstarts versprüht. „Ich hatte vor der Partie darauf gesetzt, dass die
bisherigen Ergebnisse zu einem gewissen Selbstvertrauen innerhalb der
Mannschaft geführt hätten. Leider war davon heute nicht allzu viel zu sehen.
Meine Mannschaft war vielmehr übermotiviert und dadurch in einer Vielzahl von
Szenen unkonzentriert. Wir haben es nur selten geschafft, unsere spielerische
Überlegenheit in zwingende Szenen umzuwandeln!“
Auch die weiteren Umstände
des Spiels waren alles andere als vorhersehbar. Bereits nach 5 Spielminuten
wurde Paul Neumann im eigenen Strafraum beim Kopfballduell von einem Ellenbogen
getroffen. Absicht wollen wir in dieser Situation nicht unterstellen. Dennoch
zog sich Neumann eine Platzwunde an der Augenbraue zu, biss jedoch auf die
Zähne und konnte nach kurzer Behandlung im Dieter Hoeneß-Gedächtnislook
weiterspielen. Nachdem in der 25. Spielminute bereits Christoph Gaulke
verletzungsbedingt gegen Ole von Rönn ausgetauscht werden musste, zog sich
dieser in der letzten Spielszene vor der Halbzeit bei einem Zusammenprall mit
den Köpfen eine derartige Schwellung oberhalb der Augenhöhle zu, dass auch er
verletzungsbedingt zur Pause ausgetauscht werden musste. Da die Verletzung
derart anschwoll, wurde er vorsichtshalber sofort ins Krankenhaus gebracht. Die
ersten Untersuchungen gaben jedoch Entwarnung. Nach jetziger Erkenntnis zog
sich von Rönn „nur“ eine schwere Prellung zu, die Kopfknochen sind nicht zu
Schaden gekommen. An dieser Stelle gute Besserung nach Buchholz!
Damit sind die Geschehnisse
der ersten Halbzeit auch schon erzählt. Sportlich tat sich hüben wie drüben
herzlich wenig. Die durchbrechende Sonne schien die 22 Akteure zu lähmen. Auch
zu Beginn der zweiten Halbzeit vermissten die Zuschauer an der heimischen
Otto-Koch-Kampfbahn die Ordnung auf Buchholzer Seite. Der Wille sowie die
Einsatzbereitschaft der Spieler war deutlich zu spüren, allein Zählenswertes
kam dabei nicht heraus. Beinahe aus dem Nichts heraus dann die buchholzer
Führung. Eine gefühlvolle lange Flanke von Paul Neumann über die Harburger
Abwehr hinweg konnte Osman Akgün wunderbar mitnehmen und eiskalt ins linke Eck
verwandeln. Nun sollte mit der Führung im Rücken doch die Sicherheit auf Buchholzer
Seite zurückkehren. Doch bereits vier Minuten später der Ausgleich auf Harburger
Seite. Auf der linker Abwehrseite der 08er konnte der Ball nicht entscheidend
geklärt werden, die Flanke fand in der Mitte einen völlig freistehenden
HSC-Spieler, der problemlos aus fünf Metern einköpfen konnte.
4 Minuten vor Schluss schien
es so, als sollte der Nachmittag für die 08-Akteure doch noch versöhnlich
enden. Nach einem Einwurf wurde Felix Kaufmann auf dem Weg aus dem Strafraum
hinaus (!) elfmeterreif gefoult. Die Chance ließ sich Routinier Christian
Cordes nicht entgehen und verwandelte sicher zur viel umjubelten 2:1 Führung.
Als dann nur wenige Minuten später alles danach aussah, als ob die 3 Punkte - wenn
auch glücklich - in der Nordheide bleiben sollten, kam es zu dem eingangs
geschilderten allerletzten Freistoß des HSC am eigenen Strafraum. „Warum sich
meine Abwehrkette bei einem Freistoß an der gegnerischen Strafraumlinie selbst
bis auf die eigene Strafraumlinie zurückdrängen ließ, bleibt mir ein Rätsel.
Vielleicht fehlte in dieser letzten Situation bei meinen jungen Spielern eine
ordnende Hand! Aber aus diesen Situationen werden sie weiter lernen, ich
glaube, dass passiert uns kein zweites Mal!“, so Aden nach dem Spiel. „Nach den
ersten tollen Erfolgserlebnissen zu Saisonbeginn war es vielleicht heute ein
kleiner Rückschlag zur rechten Zeit. Ich denke, es ist nun allen klar, dass wir
ab sofort in jedem Spiel 90 Minuten hochkonzentriert zu Werke gehen müssen, um
unsere Saisonziele zu erreichen!“
[Oliver Aden]
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